Wall, Richard
Neue Lyrik aus Österreich Band 6
Streith
Artikel Nr 1917
ISBN 978-3-85028-620-6
erschienen 10.02.2014
Maße 19,0 x 12,0 x 0.6 cm
Seitenanzahl 64 Seiten
Einband Franz. Broschur
Gewicht 500 g
Preis 16,50
Lieferstatus   Lieferbar
Buchbeschreibung
Man kann ihn plastisch vor sich sehen, den Dichter, der keine Not hat, sein poetisches Ich vom realen abzuspalten, wie er Holz hackt, weil’s kalt ist, winterüber, zum Beispiel im Waldviertel. Aber während ein anderer Holz hackte bis zur Erschöpfung, um seiner Depression zu entkommen, was Wilhelm Szabo nicht gelang, hat Richard Wall bei seinen Betätigungen die Poetik von KollegInnen im Ohr, denen zahlreiche Gedichte des Bandes mit dem schönen und geheimnisvollen Titel „Streith“ gewidmet sind.

Mit dem Mut des Könners gestattet Wall sich hier und da charmante Antiquiertheiten:
„…und auf den Höhen rundum gestrandete Nachen“, die ein Verhältnis haben zum ersten Gedicht des Bandes, wo schnörkellos und als Motto gefragt wird, wie und wo das Leben zu leben wäre. Und als Antwort spricht eine Sehnsucht nach Entschleunigung aus dieser Lyrik.
Die gut durchgelüftet ist, auf mehreren Ebenen. Viel Winter breitet sich da über Heidelbeergebüsch, der Sommer darf schon auch duften und der Herbst den Hut vor der Hollerstauden ziehn, aber es bleibt überwiegend klar und kalt. Was dem Denken förderlich ist. Denn bei allem Rückzug, der den nachdenklichen und teilweise verwunderten Blick auf die Getriebenheit der Welt schärft, kann einer, der einmal zu wissen gelernt hat, nicht tun, als wüßte er nicht:
„Auch morgen: Wie viele wohl wieder
Verrecken?“
Begegnungen, Momentaufnahmen, dem Vergessen Entgegengehaltenes und eine große Zugeneigtheit zu dem, was allgemein Natur genannt wird, bietet Richard Wall an. Ohne Sentiment, aber berührend, bescheiden große Bilder.
Autorenbeschreibung
Richard Wall, geb. 1953 in Engerwitzdorf, lebt im Mühl- und im Waldviertel (Streith bei Langschlag). Ausstellungen seit 1981 (zuletzt: „Residence Art“, Kunstsammlung des Landes OÖ & bei Generali Open Art Linz). Seit 1975 regelmäßige Aufenthalte in Irland. Div. Stipendien und Preise.
Rezensionen
„Richard Wall evoziert mit seinen Gedichten helle Gedankenflecken, die Einstiege sein können, Rodungen, aufgetürmte Mahnmale. Wo sich der Stein kurz dem Licht aussetzt, setzt Richard Wall sein Werkzeug an, ganz und gar Bildhauer der Worte.“ (Helmuth Schönauer)

Rezension ->Link
- Quelle: Helmuth Schönauer
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